Proteinmolekül
Biochemisches Institut
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Interview mit Markus Grütter

Markus Grütter ist Schweizer (Basler) und studierte und promovierte in Basel. Seinen ersten Postdoc absolvierte er am Biozentrum. Weitere Postdoc Studien führten ihn nach Eugene/ Oregon, finanziert durch den SNF. Danach schnupperte er Industrieluft bei den Pharmagiganten Ciba-Geigy bzw. Novartis, wo er nach kurzer Zeit zum Forschungschef der Proteindivision befördert wurde. Seit 1997 ist er Professor am Biochemischen Institut der Universität Zürich.

Warum sind Sie Naturwissenschaftler geworden?
Während meiner gesamten Schulzeit waren Rechnen, Mathematik, und später Physik und Chemie die Fächer welche mir einfach Spass bereiteten. In den letzten Jahren vor der Matur entwickelte ich eine Vorliebe für das Experimentieren vor allem in Physik und Chemie. Dies wurde wesentlich von entsprechenden Angeboten der Mittelschule an Wahlveranstaltungen und von Lehrern dieser Fächer geprägt. Ein wesentlicher Grund für die Vorliebe und das Interesse an den Naturwissenschaften generell war die Tatsache, dass aufbauend auf Grundthesen, viele Sachverhalte logisch abgeleitet oder neu entwickelt werden können. Ein anderer Grund ist die Neugier, Neues zu entdecken. So habe ich Chemie studiert und danach eine Doktorarbeit in Molekularbiologie/Biochemie durchgeführt. Die Tatsache, Vorgänge des Lebens molekular zu ergründen, war für mich so faszinierend, dass ich diesem Gebiet auch im beruflichen Leben treu geblieben bin.

Welche Gründe bewogen Sie, ans Biochemische Institut zu kommen?
Einen grossen Teil meiner Laufbahn habe ich in der Forschung der pharmazeutischen Industrie verbracht. Vor einigen Jahren bot sich mir die Gelegenheit, als Hochschullehrer an der Universität Zürich Forschung und Lehre in meinem spezifischen Forschungsgebiet zu betreiben. Ich habe diese Chance genutzt, weil die Universität  Zürich genügend grosse kritische Masse und Qualität in der biologischen Forschung hat. Dies ist eine wesentliche Voraussetzung für den Aufbau einer erfolgreichen Forschungsgruppe. Die Möglichkeit junge Menschen auszubilden, für die Forschung zu begeistern und sie zu fördern waren weitere wesentliche Beweggründe.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag aus?
Administration, Mail bearbeiten, während des Semesters Vorlesung, Diskussion mit Mitarbeitern über laufende experimentelle Arbeiten, Schreiben von Publikationen, Reports, Vorträge vorbereiten, Gruppenseminar, Institutsseminar, Literaturstudium

Welchen Rat würden Sie einem Studenten geben ein bestimmtes Fach zu wählen?
Die Hauptmotivation ein bestimmtes Fach zu studieren sollte die Begeisterung und das Interesse für das Fachgebiet sein. Hinzu kommt eine gute Portion Talent/Begabung im quantitativen/analytischen Denken. Dies sind die wesentlichen generellen Faktoren, welche für die Wahl einer bestimmten Fachrichtung ausschlaggebend sein sollten. Wenn zusätzlich noch ein Interesse besteht, Lebensvorgänge auf molekularer/chemischer Basis verstehen zu wollen, dann ist die Fachrichtung Biochemie sicherlich eine ideale Wahl.

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letzte Änderung:  04. Aug 2011