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Department of Biochemistry
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Birgit über Birgit

Die Geschichte, warum ich eigentlich Wissenschaftlerin geworden bin, begann schon früh. Geduldsspiele und das Lösen von kniffeligen Aufgaben in Mathe und Biologie begeisterten mich schon immer.
Nach dem Studium der Biologie und später der Promotion wurde ich Postdoc. Zunächst wird sich jeder fragen: ’Was ist eigentlich ein Postdoc?’. Dies ist kein Titel, sondern bezeichnet die Zeit nach Erlangen des Doktortitels und vor Antritt einer Anstellung, z. B. als Arbeitsgrupppenleiter, welche eine längerfristige Forschung ermöglicht. Sowie nach jeder abgeschlossenen Etappe der Berufsausbildung zum Wissenschaftler muss man sich nun die Frage stellen: Industrie oder Akademie? Viele wandern ab in die Industrie, weil dort häufig höhere Löhne gezahlt werden. Ich finde das Leben in der Akademie dagegen viel spannender, da ich hier die Chance bekomme mich an der Lehre zu beteiligen, d.h. mein Wissen an andere angehende Wissenschaftler weiterzugeben. Zudem gilt mein primäres Interesse der Grundlagenforschung, welche nur in der Akademie möglich ist, da die Ergebnisse der Forschung nicht unmittelbar Profit bringen. Die grössere Freiheit und  Flexibilität in der Projektgestaltung, sind weiterere Gründe warum ich mich für eine Laufbahn an der Universität entschieden habe.
Entscheidet man sich nun für eine Position als Postdoc in der Akademie, sollte man seine Fähigkeiten erweitern und sucht deshalb in der Regel ein neues Labor auf. Ich entschied mich für eine Arbeitsgruppe in den USA. Spannend war dabei, dass ich zum ersten Mal versucht habe mein Gehalt selbst zu finanzieren. Zu diesem Zweck suchte ich zuerst ein geeignetes Labor und stellte dann einen Forschungsantrag auf ein Stipendium bei der DFG (Deutsche Forschungsgemeinschaft). Das Projekt war natürlich mit meinem zukünftigen neuen Chef abgesprochen, aber bei der eigentlichen Durchführung hatte ich viel Entscheidungsspielraum. In diesen 3 Jahren Postdoc arbeitete ich in einem kleinen Team von 3 bis 5 Postdocs, welches einen regen Austausch an Erfahrung ermöglichte und auch zu vielen Veröffentlichungen führte, an denen wir Wissenschaftler gemessen werden und aufzeigen, was wir geleistet haben.
Nach 3 Jahren Postdoc unter anderen Postdocs entschied ich mich für eine weitere Veränderung und kam so zum Biochemischen Institut an die Uni Zürich. Als ‘Postdoc mit Erfahrung’ in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. P. Sonderegger wuchsen auch meine Aufgaben. Natürlich führte ich weiterhin Experimente durch, aber beteilige mich auch an Lehraufgaben, sowie Fortbildungstagen für Maturanden und Lehrer. Zusätzlich betreute ich Doktoranden und Masterstudenten, d.h. ich diskutiere und bespreche mit ihnen ihr Forschungsprojekt und gebe Hilfestellungen in Theorie und Praxis um sie zu guten und eigenständigen Wissenschaftlern auszubilden.
Nicht immer lief alles rund und mein Weg war nicht immer gradlinig, aber die Neugier spornte mich an. Auch wenn ich mich häufig gefragt habe ‚Mache ich eigentlich irgendetwas richtig?‘ wurde ich zum Schluss belohnt. Ich bekam genau den Platz, den ich mir immer erträumt hatte: Wissenschaftliche Mitarbeiterin.
Nun arbeite ich seit mehr als vier Jahren in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. A. Plückthun am Biochemischen Institut, habe ein Forschungsprojekt, aber bin auch stark in der Lehre engagiert, und habe organisatorische Aufgaben. Genau das ist es was ich so reizvoll finde, denn kein Tag ist wie der andere und hat viele Überraschungen in sich. Jonglieren und ‚Multi-Tasking‘ gehört dazu, aber das ist es, was ich an den vielfältigen Aufgaben in meiner Position besonders schätze.

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last modified:  Aug 04, 2011